Journal14. Oktober 2026
Was ist eigentlich Specialty Coffee?
Ein Begriff, der auf vielen Fenstern steht. Was er wirklich bedeutet – und woran Sie ihn in der Tasse erkennen.

„Specialty Coffee“ steht auf unserem Fenster, auf unseren Beuteln und inzwischen auf vielen Schildern in Köln. Der Begriff ist aber kein Marketingwort, sondern hat eine ziemlich klare Definition.
Die 80 Punkte
Specialty Coffee ist Rohkaffee, der in einer standardisierten Verkostung – dem sogenannten Cupping – mindestens 80 von 100 Punkten erreicht. Bewertet werden Aroma, Säure, Körper, Balance und vor allem: Fehler. Ein einziger schimmliger oder fermentierter Bohnenanteil kann einen ganzen Sack disqualifizieren.
Das klingt technisch, hat aber eine einfache Folge: Specialty Coffee ist Kaffee, bei dem jemand hingeschaut hat. Auf der Farm, beim Sortieren, bei der Röstung.
Rückverfolgbar bis zur Farm
Der zweite Unterschied zu Supermarktkaffee ist die Herkunft. Bei Specialty Coffee wissen Sie nicht nur das Land, sondern meist die Region, die Farm oder Kooperative, die Varietät und die Aufbereitung – gewaschen, natural oder honey. Diese Angaben stehen auf dem Beutel, weil sie den Geschmack erklären.
Ein gewaschener Kaffee aus Äthiopien schmeckt nach Tee und Zitrus. Ein natural aus Brasilien nach Schokolade und getrockneten Früchten. Das ist kein Zufall, sondern Handwerk – und der Grund, warum wir im Hand Brew regelmäßig die Bohne wechseln.
Hell geröstet
Specialty-Röstereien rösten meist heller als die Industrie. Nicht, weil hell „besser“ ist, sondern weil eine dunkle Röstung die Herkunft überdeckt: Alles schmeckt irgendwann nach Röstung. Eine hellere Röstung lässt die Säure stehen, die den Kaffee lebendig macht – Säure wie in einem Apfel, nicht wie in einem Essig.
Dazu gehört Frische. Geröstete Bohnen sind etwa zwei bis acht Wochen nach dem Röstdatum am besten. Darum steht auf unserem Fenster „frisch geröstet“ und auf dem Beutel ein Datum.
Woran Sie es in der Tasse merken
- Süße ohne Zucker. Guter Espresso ist nicht bitter. Wenn Sie Zucker brauchen, lag es am Kaffee, nicht an Ihnen.
- Klarheit im Filter. Ein Hand Brew sollte durchsichtig und sauber schmecken, nicht muffig.
- Milch, die mitspielt. Ein Flat White ist süß, weil die Milch richtig aufgeschäumt wurde – und weil der Espresso darunter nicht verbrannt ist.
Wenn Sie beim nächsten Besuch wissen wollen, was gerade im Filter ist: Fragen Sie. Wir erzählen es gern.

